Der Kryptomarkt wurde am 12. Oktober von einem Zusammentreffen von Sicherheitsbedenken und einer sich beschleunigenden institutionellen Adoption geprägt. Die prominenteste Entwicklung war ein Vorfall mit einer Hardware-Wallet im Zusammenhang mit einem Händler, der die Praxis der Selbstverwahrung erneut in den Fokus rückte, während grenzüberschreitende Regulierungsbehörden ihren Blick auf den schnell wachsenden Stablecoin-Sektor schärften.

Gleichzeitig weiteten Unternehmens-Treasuries ihre Bestände an digitalen Vermögenswerten weiter aus, und traditionelle Finanzinstitute drangen in mehreren Jurisdiktionen weiter in regulierte Krypto-Dienstleistungen vor. Diese Kombination zeichnete das Bild einer Branche, die bei der Infrastruktur reift und sich zugleich weiterhin grundlegenden Sicherheitsfragen stellen muss.

Ledger bestätigt unbefugte Manipulation an Geräten, die von einem Händler verkauft wurden

Ledger teilte mit, dass alle bestätigten Fälle eines mutmaßlichen Abflusses von Nutzergeldern ausschließlich mit Geräten zusammenhängen, die vom südostasiatischen Händler CryptoBilis verkauft wurden. On-Chain-Ermittler verfolgten bis zu 93 Millionen US-Dollar, die durch die Ausnutzung abgezogen wurden, und Tether fror 10 Millionen US-Dollar in USDT im Zusammenhang mit dem Vorfall ein.

Ledger erklärte, dass die eigenen internen Systeme und direkten Vertriebskanäle nicht betroffen seien. Das Unternehmen riet Kunden, die Geräte über CryptoBilis gekauft haben, davon ab, nicht initialisierte Hardware zu verwenden, und empfahl, ihre Gelder auf neue Schlüssel zu übertragen.

Der Vorfall trifft das Vertrauen, das Hardware-Wallets als Werkzeug der Selbstverwahrung zugrunde liegt, und befeuert eine laufende Debatte über die Sicherheit von Vertriebskanälen — eine Erinnerung daran, dass das schwächste Glied in der Cold Storage außerhalb des Geräts selbst liegen kann. Betroffen sind unter anderem BTC, ETH und USDT, wie CoinDesk und Decrypt berichten.

XRP Ledger behebt einen zehn Jahre alten Bug in der Payment-Engine

Die Entwickler des XRP Ledger veröffentlichten den Notfall-Patch 3.4.1, um eine Integer-Overflow-Schwachstelle zu beheben, die seit 2015 in der Payment-Engine vorhanden war. Die Schwachstelle wurde im öffentlichen Netzwerk nie ausgenutzt, hätte theoretisch jedoch die Obergrenze des XRP-Angebots untergraben können.

Aufgrund ihrer Schwere wurde die Korrektur nach Abstimmung mit der Foundation, RippleX und den Validatoren außerhalb des standardmäßigen Amendment-Abstimmungsverfahrens angewendet. Der am 25. September veröffentlichte Patch wurde von mehr als 80 % der vertrauenswürdigen Validatoren übernommen.

Die Beseitigung einer potenziellen systemischen Bedrohung für die Integrität des XRP-Emissionsmodells ist bedeutend für das Vertrauen in das Netzwerk, wie CoinDesk und Cointelegraph berichten.

Ontology startet Mainnet nach 43-stündigem Sicherheitsstopp neu

Ontology unterbrach die Blockproduktion im Mainnet für fast 43 Stunden als vorbeugende Maßnahme nach einer Sicherheitswarnung im Zusammenhang mit einem ungenannten Projekt in seinem Ökosystem. Das Netzwerk nahm den Betrieb nach Abschluss der Prüfungen wieder auf.

Ontology erklärte, dass die eigenen Gelder des Netzwerks nicht betroffen seien, und machte keine Angaben zu Details des Vorfalls des Ökosystem-Projekts, so The Defiant.

FSB warnt vor grenzüberschreitenden Stablecoin-Risiken

Der Financial Stability Board teilte der G20 mit, dass grenzüberschreitende Aufsichts- und Krisenmanagementmechanismen für Stablecoins nach wie vor unterentwickelt seien. Er warnte, dass ein Run auf Stablecoins durch Zwangsverkäufe von Reservewerten auf die traditionellen Märkte übergreifen könnte.

Der FSB forderte einen stärkeren Informationsaustausch zwischen den Jurisdiktionen und eine gemeinsame Krisenplanung und merkte an, dass die Stablecoin-Regulierung nur in einigen Jurisdiktionen vollständig sei.

Die globale Warnung unterstreicht latente systemische Risiken in einem sich schnell ausweitenden Sektor, wie CoinDesk und CryptoSlate berichten.

Standard Chartered bringt RLUSD-Verwahrung nach Dubai

Standard Chartered hat über seine regulierte DIFC-Niederlassung in Dubai begonnen, institutionelle Verwahrung für RLUSD anzubieten, den auf dem XRP Ledger ausgegebenen Stablecoin. Die Bank plant zudem eine Vereinbarung zur Spiegelung von Sicherheiten mit LMAX, die es Kunden ermöglichen soll, RLUSD als Handelssicherheit zu stellen, ohne Token aus der Bankverwahrung zu bewegen.

Die Einführung hängt von der finalen Dokumentation, Tests und behördlichen Genehmigungen ab. Der Schritt vertieft die Verbindung zwischen traditionellem Bankwesen und Stablecoins und erweitert die institutionelle Infrastruktur für RLUSD, so CoinDesk und Decrypt.

Kraken nimmt letzte Dubai-Hürde

Payward, die Muttergesellschaft von Kraken, erhielt die vollständige Marktzulassung (Market Approval) von Dubais VARA. Der Start in den VAE soll Spot- und Margin-Handel mit AED-Paaren, direkte AED-Ein- und -Auszahlungen, Staking, xStocks sowie institutionelle Dienstleistungen wie Kraken Prime und OTC umfassen.

Kraken nimmt letzte Dubai-Hürde

Derivate und zusätzliche Yield-Produkte sind für einen späteren Zeitpunkt geplant, vorbehaltlich weiterer Genehmigungen. Die Lizenz erweitert Krakens regulierte Präsenz in einem strategisch wichtigen Markt im Nahen Osten, wie Cointelegraph und Crypto.News berichten.

Regionalbanken öffnen sich für Krypto: Südkorea und Russland

Die Jeonbuk Bank, Teil der JB Financial Group, hat begonnen, auf Won lautende Unternehmenskredite auszugeben, die durch Bitcoin besichert sind — laut Berichten ein Novum unter den traditionellen südkoreanischen Kreditinstituten. Die Sicherheiten werden bei einem speziell registrierten Verwahrer gehalten, und die Abwicklung eines Zahlungsausfalls umfasst einen gerichtlich angeordneten Verkauf der Sicherheiten. Ermöglicht wurde der Start durch Änderungen der Civil Enforcement Rules, die am 1. Oktober in Kraft traten.

Die Entwicklung wird im Quellmaterial als unbestätigt dargestellt und sollte auch so behandelt werden. Berichtet wurde darüber von CoinDesk.

Separat nahm die russische Zentralbank die Sberbank in ihr Register der Organisationen auf, die zur Durchführung von Geschäften mit dem Umtausch digitaler Währungen berechtigt sind. Die Sberbank plant, ihre ersten Krypto-Produkte am 1. Dezember 2026 über bestehende digitale Kundenkanäle einzuführen, wobei geplante Vermögenswerte Bitcoin, Ether und USDT umfassen. Die Bank war zuvor in ein Register für digitale Verwahrstellen aufgenommen worden, so CoinGape und Crypto.News.

Unternehmens-Treasuries weiten sich weiter aus: Bitmine, Evernorth und Strategy

Bitmine Immersion Technologies kaufte im Wochenverlauf 12.532 ETH (etwa 32 Millionen US-Dollar) und erhöhte damit seine Bestände auf 6.028.946 ETH — rund 4,9 % des gesamten Ether-Angebots. Das Unternehmen beabsichtigt, die Akkumulation einzustellen, sobald es 5 % erreicht, wobei bis zu diesem Ziel noch etwa 76.000 ETH fehlen. Rund 5,07 Millionen ETH, also 84 % seiner Bestände, sind gestakt und erwirtschaften prognostizierte jährliche Staking-Erträge von etwa 336 Millionen US-Dollar, so CoinDesk.

Auf der XRP-Seite nahm Evernorth Holdings nach Abschluss der Fusion mit der SPAC Armada Acquisition Corp. II den Handel an der Nasdaq unter dem Ticker XRPN auf. Ihre Treasury hält etwa 473 Millionen XRP und rund 300 Millionen US-Dollar an Bruttobarmitteln und positioniert sich als börsennotierte XRP-Treasury mit Fokus auf Yield-Strategien und Ökosystem-Beteiligung. Zu den Unterstützern zählen Ripple, SBI Group, Kraken und Pantera Capital, wie Cointelegraph und Decrypt berichten.

Strategy kaufte 250 BTC für etwa 21,5 Millionen US-Dollar zu einem Durchschnittspreis von 86.194 US-Dollar und erhöhte damit seine Gesamtbestände auf 848.250 BTC. Im selben Zeitraum kaufte das Unternehmen etwa 1,93 Millionen STRC-Vorzugsaktien für rund 192,4 Millionen US-Dollar zurück — ein Rückkauf, der um ein Vielfaches größer war als sein neuer Bitcoin-Kauf. Der Großteil der Mittel für den BTC-Kauf stammte aus dem Verkauf von MSTR-Aktien, so Unchained und Crypto.News.

Infrastruktur- und Ökosystem-Entwicklungen: KI-Umnutzung, Sui-Migration, ENSv2 und ein Solana-ETF

Die SWI Group sammelte 800 Millionen Euro (etwa 894 Millionen US-Dollar) ein, um Genesis Digital Assets — aus der FTX-Insolvenz erworben — vom Bitcoin-Mining in KI-orientierte Rechenzentren umzuwandeln. Das Unternehmen hatte zuvor eine Mehrheitsbeteiligung erworben und es in SWI Digital umbenannt. Der Schritt spiegelt den breiteren Trend wider, Mining-Kapazität auf KI-Infrastruktur umzulenken, wie CoinDesk berichtet.

DATA Network, vormals Story, kündigte an, sein Protokoll auf Sui zu migrieren und seine eigene Chain aufzugeben. Die Sui Foundation investiert im Rahmen der Partnerschaft 30 Millionen US-Dollar. Das Trace-Register wird dem Sui-Ökosystem beitreten, Walrus wird zur Standard-Speicherschicht für Anwendungen der DATA Foundation, und der $DATA-Token wird im Verhältnis 1:1 migriert, einschließlich gesperrter und vesting-gebundener Positionen. Über den Übergang berichtet Cointelegraph.

ENS Labs veröffentlichte einen ausführbaren Vorschlag, mit dem seine DAO aufgefordert wird, ENSv2 im Ethereum-Mainnet zu aktivieren. Bei Annahme würden neue .eth-Registrierungen auf v1 eingefroren — die v1-BaseRegistrar-Controller würden entfernt und das Registrator-Eigentum an ETHRenewerV1 übertragen, ohne die Möglichkeit, neue Namen zu registrieren. Bestehende .eth-Inhaber sind nicht zur Migration verpflichtet, und es ist keine Migrationsfrist gesetzt. Der Vorschlag sieht die atomare Ausführung von 15 Timelock-Aufrufen über die ENS DAO vor, wobei die v2-Kulanzfrist nach Ablauf auf 28 Tage verkürzt wird, so The Defiant.

Pando Finance legte den 13. Oktober als Börsennotierungstermin für seinen Spot-Solana-ETF (02831) an der Hong Kong Stock Exchange fest, womit er der zweite Spot-SOL-ETF in Hongkong ist. Das Mindestlos beträgt 100 Aktien, die jährliche Verwaltungsgebühr liegt bei 0,6 %, HashKey Custody Services übernimmt die Verwahrung der Vermögenswerte, und HashKey Exchange stellt den SOL-Handel bereit, so Crypto.News.

Fazit

Der 12. Oktober hob zwei parallel wirkende Kräfte hervor: anhaltende Sicherheitsherausforderungen — von einer Hardware-Wallet-Schwachstelle bei einem Händler bis hin zu einem lange schlummernden Bug im XRP Ledger — und die unaufhaltsame institutionelle Expansion in den Bereichen Treasuries, Verwahrung, Bankwesen und regulierte Börsenprodukte. Die Regulierungsbehörden signalisierten indes, dass die Stablecoin-Aufsicht — insbesondere über Ländergrenzen hinweg — dem Wachstum des Marktes weiterhin hinterherhinkt.